Montag, 25. August 2008
Gleich in der Einführungsvorlesung für Politikwissenschaft werden sämtliche Illusionen über einen gesicherten Arbeitsplatz oder einen einfachen Einstieg ins Berufsleben zerstört. Man solle, so der Rat, um jede Zeile im Lebenslauf kämpfen und neben einem guten Studienerfolg Sprachen lernen, in möglichst relevanten Bereichen Joberfahrung sammeln und natürlich Praktika machen. Dass diese oft unbezahlt geleistet werden, wurde im Vorhinein klargemacht, das sei leider heutzutage üblich. Denn der Sinn sei schließlich, dass man Kontakte knüpft und Erfahrungen sammelt.
Mein erstes Praktikum machte ich später bei einer Sektion des Verteidigungsministeriums, entsprechend etwa 40 Wochenstunden. Dort machte mir man klar, dass meine Arbeit geschätzt werde, jedoch auch dass kein Geld da sei um mich irgendwie zu entlohnen. Immerhin würde ich ja einen Nachweis erhalten. Die Tätigkeit stellte sich teilweise als durchaus interessant dar, teilweise kopierte man aber auch nur für Kollegen. Die Arbeitsatmosphäre war durchaus freundlich, die Kontakte, die ich knüpfte führten jedoch auch nur zu Angeboten für weitere unbezahlte Praktika.
Da meine Familie mich nach wie vor unterstützen kann, war es möglich ein Monat unbezahlt zu arbeiten (neben dem Studium und dem regulären Arbeitsplatz). Für jene aus benachteiligten Verhältnissen ist dies undenkbar. Gespräche mit Studienkollegen und Absolventen bestätigen, dass Praktika keinesfalls einen guten Einstieg in das Berufsleben garantieren. Eine Besserung der Lage ist nicht in Sicht.
Ben, 24 Jahre, Student der Politikwissenschaft