was macht die Plattform?
Samstag, 06. Jänner 2007
Was hat sich 2006 getan?

Die Plattform Generation Praktikum gibt es seit Frühling 2006, es ist Zeit eine erste kurze Bilanz zu ziehen.

Die Plattform Generation Praktikum hat sich im letzten halben Jahr sehr gut entwickelt und in Österreich einen Bekanntheitsgrad erreicht, den sich mancher anderer Verein nur wünschen kann. Das Thema stößt in den Medien wie bei Betroffenen und aufmerksamen ZeitgenossInnen schon allein deshalb auf so großes Interesse, weil es einfach zum Alltag von vielen jungen Menschen gehört, als PraktikantInnen ihren Job zu machen.

Dabei reicht das Spektrum der heutigen PraktikantInnen-Beschäftigung von unbezahlter Schwarzarbeit bis zu regulären Anstellungsverhältnissen. Die Heterogenität des Phänomen ist branchenspezifisch, studienrichtungsspezifisch, geschlechtsspezifisch, und zieht sich von Studierenden bis hin zu fertigen HochschulabsolventInnen im universitären wie auch im FH-Bereich. Noch im Frühjahr wird die Plattform eine Studie publizieren, die die Ergebnisse der Online-Erhebung mit der aktuellen Prekaritätsforschung zusammenführt, und damit neue Erkenntnisse und Zusammenhänge aufzeigt.

Der wachsenden PraktikantInnen-Beschäftigung mit all seinen strukturellen Merkmalen fundiert auf den Grund zu gehen und Lösungen zu entwickeln, hat sich die Plattform als Ziel gesetzt. Das Phänomen „Generation Praktikum“ konnte mitunter so anwachsen, weil sich die Betroffenen in der Übergangsphase zwischen tertiäre Ausbildung und Arbeitsmarkt befinden und sich die Institutionen nicht mehr bzw. noch nicht zuständig fühlen (wollen).
Die Lobbyingarbeit der Plattform funktioniert daher nur eingebettet in die gesellschaftlichen Strukturen, dort werden auch die Lösungen zu finden sein. Faire und qualitativ hochwertige Rahmenbedingungen, für diejenigen die Praktika während ihres Studiums machen müssen oder wollen, und neue spezifische Einstiegs-Angebote für fertig ausgebildete AbsolventInnen sind hierbei erste Ansätze, die gemeinsam mit den potenziellen KooperationspartnerInnen diskutiert werden sollen.

Ein spannendes nächstes Jahr steht also bevor.

Bisherige Aktivitäten 2006

  • Einrichtung des Webauftritts und redaktionelle Gestaltung
  • Aktive Medienarbeit (Berichte über die Plattform in der Kurier Sommer Serie „Generation Nonstop“, Salzburger Nachrichten, die Presse, derStandard.at, die Furche, etc.) sowie einen Kommentar in der ÖH-Publikation unique
  • Teambildung von Plattform-MitarbeiterInnen mit sozialwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund
  • Durchführung der ersten Erhebung zur PraktikantInnnen-Beschäftigung in Österreich
  • Referate im Rahmen von UNIPORT-Workshops für Studierende an der Hauptuni, Juridicum und Biocenter
  • Teilnahme an der Podiumsdiskussion „Typisch atypisch“ im Depot im Oktober
  • Durchführung von Vernetzungstreffen mit Betroffenen (u.a. PraktikantInnen-Café)
  • Vernetzungsarbeit bei Tagungen und Symposien
  • Vernetzung mit ausländischen Organisationen (Génération précaire in Frankreich, Verein fairwork in Deutschland)
  • Vernetzung mit Institutionen (ÖH, Politik, Gewerkschaften, AMS, Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Karriere Center, NGOs, etc.)


Ausblick 2007

  • Publikation der Studie „Arbeit ohne Wert? Strukturmerkmale der PraktikantInnen-Beschäftigung im Hochschulkontext in Österreich“, Präsentation und Verbreitung
  • Unterstützung der Studie zur „PraktikantInnenzufriedenheit“ im Rahmen von Plichtpraktika im FH-Kontext
  • Weiterführung der aktiven Einbindung von zuständigen Institutionen durch Gespräche und Entwicklung von Qualitätskriterien für Praktika für Studierende
  • Vernetzungstreffen in Deutschland mit der Initiative „Praktikum Offensive“ u.a. von der deutschen JournalistInnenunion, des JournalistInnenverbandes und planetpraktika.de
  • Teilnahme am 2. Europäischen PraktikantInnen-Aktionstag am 1. April in Wien
  • Überarbeitung des Webauftrittes
  • Durchführung eines Workshops im Rahmen der frauenfrühlingsuni der ÖH im April